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Casting Agentur Mitarbeiter angeklagt!

Am Landgericht Duisburg ging es nicht um den Mitarbeiter einer Casting Agentur im Ruhrgebiet.

Eltern bringen Kinder gern ins Rampenlicht, doch aufgepasst.

Ein Mitarbeiter einer Mülheimer Agentur soll diejenigen Träume rücksichtslos missbraucht und seine Klienten zu sexuellen Handlungen gezwungen haben. Vor Gericht hat er am 16. August 2013 die Beschuldigungen eingeräumt.

Die Staatsanwaltschaft geht indessen von 36 Fällen des Kindesmissbrauchs aus. Der Agent der Casting Agentur für Jugendliche und Kinder soll 36 Kinder gezwungen haben, sich vor einer Webcam selbst zu befriedigen. Danach erpresste der ehemalige Manager einer TV Kandidatin die Kinder mit dem Video. Daraufhin wurde Anklage erhoben, da sich die Vorwürfe gegen den Geschäftsführer der Agentur erhärtet hatten.

Mit Bekanntwerden der Vorwürfe hatten sich anhaltend mehr Betroffene gemeldet, so dass die Staatsanwaltschaft Duisburg indessen von Kindesmissbrauch in 36 Fällen ausging. Bereits seit mehreren Wochen saß der ehemalige Manager einer TV-Kandidatin in Untersuchungshaft – nun hat die Staatsanwaltschaft Anklage erhoben (AZ 33KLs9/13).

Eltern der Nachwuchskandidaten, die die von der Mühlheimer Agentur betreut wurden, dürften immer noch unter Schock stehen. In den Jahren 2011 und 2012 soll der Beschuldigte mindestens 36 seiner Talente zu sexuellen Handlungen gezwungen haben.
In 6 Fällen soll er sexuelle Handlungen an Kindern unter 14 Jahren vorgenommen haben“, erklärte ein Sprecher des Landgerichts Duisburg. In 11 Fällen gehe es um „beischlafähnliche Handlungen“, in neunzehn Fällen soll er Kinder zu sexuellen Handlungen gedrängt haben.

Wie das Nachrichtenportal Focus Online mit Bezug auf die Mutter eines Opfers berichtet, soll der Angeklagte die Kinder gezwungen haben, sich vor laufender Webcam selbst zu befriedigen, um sie anschließend mit dem Video zu erpressen.

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Zehn Jahre Haftstrafe für Hobby-Fotograf

Ein Hobby-Fotograf, der über Foren im Internet ratsuchende Fotomodelle kontaktierte und eines davon ermordete muss dafür zehn Jahres ins Gefängnis. Nach dem Urteil des Potsdamer Landgerichts gilt der Fotograf des Mordes und der Störung der Totenruhe für schuldig.

Er hatte sie am Morgen des 27. Juli 2008 mit einer Bratpfanne bewusstlos geprügelt, erdrosselt und sich nachher an der Toten vergangen. Sein Opfer lernte der Mann über eine Internetplattform kennen. Viele junge und unerfahrene Fotomodelle sind begeistert im Internet Fragen zum Thema Modeln oder Casting zu stellen und öffnen sich angeblich hilfsbereiten Mitmenschen sehr schnell, auch wenn diese vermeintlich anonym im Internet operieren.

So hatte auch dieser Fotograf monatelang E-Mails mit dem Fotomodel ausgetauscht und sich später sogar über Chat mit ihr unterhalten. Im Juli 2008 traf er sie dann. An einem frühen Morgen, als das junge Fotomodel noch schlafend auf dem Bett lag, ereignete sich dann ein psychologischer “Dammbruch”, wie der Richter am Landgericht Potsdam bei der Urteilsbegründung sagte. Der Fotograf verlor die Kontrolle.

Der Fotograf hatte den Mordvorwurf stets zurückgewiesen. Er räumte zwar ein, das Fotomodel gewürgt zu haben, dies sei jedoch Teil eines von ihm und ihr gewollten Rollenspiels so gewesen. Er habe die junge Dame nicht umbringen wollen.

Das Gericht sah dies jedoch anders und der Hobbyfotograf ging gegen das Urteil in Revision. Der Bundesgerichtshof hat diese als offensichtlich unbegründet verworfen, damit war die Sache rechtskräftig. Wegen Mord und Störung der Totenruhe ist der Hobby Fotograf bereits im August 2009 zu einer Freiheitsstrafe von zehn Jahren verurteilt worden.

LG Potsdam, 20.08.2009 – 21 KLs 1/09
BGH, 12.04.2010 – 5 StR 70/10

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