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Zehn Jahre Haftstrafe für Hobby-Fotograf

Ein Hobby-Fotograf, der über Foren im Internet ratsuchende Fotomodelle kontaktierte und eines davon ermordete muss dafür zehn Jahres ins Gefängnis. Nach dem Urteil des Potsdamer Landgerichts gilt der Fotograf des Mordes und der Störung der Totenruhe für schuldig.

Er hatte sie am Morgen des 27. Juli 2008 mit einer Bratpfanne bewusstlos geprügelt, erdrosselt und sich nachher an der Toten vergangen. Sein Opfer lernte der Mann über eine Internetplattform kennen. Viele junge und unerfahrene Fotomodelle sind begeistert im Internet Fragen zum Thema Modeln oder Casting zu stellen und öffnen sich angeblich hilfsbereiten Mitmenschen sehr schnell, auch wenn diese vermeintlich anonym im Internet operieren.

So hatte auch dieser Fotograf monatelang E-Mails mit dem Fotomodel ausgetauscht und sich später sogar über Chat mit ihr unterhalten. Im Juli 2008 traf er sie dann. An einem frühen Morgen, als das junge Fotomodel noch schlafend auf dem Bett lag, ereignete sich dann ein psychologischer “Dammbruch”, wie der Richter am Landgericht Potsdam bei der Urteilsbegründung sagte. Der Fotograf verlor die Kontrolle.

Der Fotograf hatte den Mordvorwurf stets zurückgewiesen. Er räumte zwar ein, das Fotomodel gewürgt zu haben, dies sei jedoch Teil eines von ihm und ihr gewollten Rollenspiels so gewesen. Er habe die junge Dame nicht umbringen wollen.

Das Gericht sah dies jedoch anders und der Hobbyfotograf ging gegen das Urteil in Revision. Der Bundesgerichtshof hat diese als offensichtlich unbegründet verworfen, damit war die Sache rechtskräftig. Wegen Mord und Störung der Totenruhe ist der Hobby Fotograf bereits im August 2009 zu einer Freiheitsstrafe von zehn Jahren verurteilt worden.

LG Potsdam, 20.08.2009 – 21 KLs 1/09
BGH, 12.04.2010 – 5 StR 70/10

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