Lorraine Media GmbH kassiert Casting-Urteil vom Landgericht

Das Szenario war immer gleich. Viele Personen wollten es und haben es genutzt, das Sprungbrett von Modelsweek. Ob gratis oder kostenpflichtig, alles egal – ein Bedarf für solche Dienstleistungen ist objektiv vorhanden. Doch einige Kandidaten wollten nicht zahlen. Ein oberinstanzliches Urteil vom Landgericht Berlin (50 S 22/13) fasst nun das wesentliche zusammen – die Verträge sind bindend.

Wie in den Medien berichtet wollten sich einzelne, weniger erfolgreiche Kandidaten der abgeschlossenen Verpflichtungen entledigen, indem sie plötzlich anstrebten nicht mehr als Model, sondern als Schuldner Karriere zu machen. Einfach nicht bezahlen, kündigen oder widerrufen, das waren die Ratschläge aus dem Internet. Doch so einfach war es wohl nicht, denn immer wieder fanden zeitgleich zahlreiche Urteile von unterschiedlichen Amtsgerichten den Weg in die Öffentlichkeit.

In unzählbaren Forenbeiträgen scheuchten „anonym operierende Zeitgenossen“ zahlungsunwillige Kunden der Models-Week mit frei erfundenen Argumentationen auf, solche Onlineanzeigenverträge zu kündigen oder einfach nicht zu bezahlen. Auf diese Web-Propaganda fielen zumeist ohnehin Mittellose herein und schenkten den Textern erstmal glauben bis sie mit ihren “Staranwälten” aus allen Wolken fielen. Im Ergebnis kommen zum vereinbarten Preis für diese Personengruppe auch noch Anwaltskosten, Gerichtsgebühren, Zinsen und Auslagen hinzu (LG Neubrandenburg 1 T 143/12).

*** Update: Aktuell haben wir aus 2015 weitere Urteile gefunden, aus denen erkennbar wird, dass die Lorraine Media GmbH ihre Geschäftsmodelle erweitert und optimiert hat. Sie unterhält zwischenzeitlich zahlreiche Geschäftsräume und bietet ihrer Klientel viele neue Dienstleistungen an. Diese Werbekunden haben aufgrund des eigenen Status als Fotomodell überhaupt keine Verbraucherrechte. Sie sind wie gewöhnliche Gewerbetreibende davon abgekoppelt. Fotomodelle die mit eigenen Fotos werben, Castingveranstaltungen besuchen um Aufträge zu erhalten gelten grundsätzlich als Gewerbetreibende; BFH-Urteil, 8.6.1967, IV 62/65; BStBl. 1967 III S. 618 ***

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2 Gedanken zu „Lorraine Media GmbH kassiert Casting-Urteil vom Landgericht“

  1. Ich habe letztes Jahr im März auch einen Vertrag abgeschlossen und dann habe ich ein widerruf geschickt. Ich dachte die sache wäre erledigt aber in Juli hat mir das Gericht die Klage zugeschickt. Mein Rechtsanwalt will jetzt 200 Euro Vorschuss für den Prozess haben und es ist garnichts sicher. Ich habe keine Lust jetzt auch noch den Anwalt zu bezahlen weil nach der Klage muss ich noch das Gericht und die Anwälte von der Firma Lorraine Media bezahlen. Was mache ich nun meine Gerichtsverhandlung ist am 19.09. um 11 Uhr und ich habe keinen Plan. Was nun und wie weiter?

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  2. Warum willst Du einen Anwalt finanzieren wenn die Forderung der Gegenseite doch berechtigt ist?

    Damit erhöhst Du doch insgesamt nur Deine Kosten.

    Vor Gericht verliert man zu 99% wenn die Gegenseite eine berechtigte Forderung hat.

    Dann zahlt man, eigenen Anwalt, gegnerischen Anwalt, Gerichtskosten und Verzugskosten.

    Ich verstehe es nicht, kannst du das erklären?

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